Zeit

Die Zeit vergeht nicht

sie ist noch nie vergangen, das zu sagen, ist eine Gewohnheit die so falsch und so richtig ist wie: die Sonne geht auf. Die Sonne ist noch nie aufgegangen, jeder Realschüler weiß das, aber dennoch sagen wir es so.

Es sind die Bewegungen, die in der Zeit laufen, das ist die Zeit. Der Raum, in dem die Bewegungen ablaufen, ist einfach nur Dauer. Zeit ist einfach nur Dauer. Es ist auch möglich, dass nichts passiert, gar nichts. Dadurch hört die Dauer nicht auf. In der Dauer kann nichts sein.

Wir vergehen hingegen in der Dauer wie alle Bewegungen. Wir können uns nichts vorstellen ohne vergehen und werden in der Dauer. Ein dauerhaftes Sein kann es nicht geben auch wenn Gott dies immer repräsentierte. Gott ist ewig, sagte man. Sollte das nun heißen, dass Gott die Ewigkeit ist oder in der Ewigkeit ist ? Aber wenn Gott ein dauerhaftes Sein ist, dann kann er nichts machen auch nicht die Schöpfung der Welt. Denn Handlungen haben immer einen Anfang und ein Ende. Gott aber kann nicht ewig schon gewesen sein und in einem bestimmten Moment sich überlegen, die Welt zu schöpfen, denn warum sollte er so etwas tun ? Aus Langeweile vielleicht ? Dann müsste diese Langweile ja irgendwie akkumuliert worden sein, bis er dann…

Ein dauerhaftes Sein ist also nicht möglich, sondern nur ein Werden und Vergehen in der Dauer.

Und die Dauer selbst war die ewig ? Die Dauer selbst ist nicht. Alles Seiende ist in ihr.

Kann es etwas geben, was selbst nicht ist ? Dann müssten es ja zwei Seinsformen oder Existenzformen sein. Nein, in diesem Sinne gibt es auch die Dauer nicht. Die Dauer ist einfach die Möglichkeit alles Seienden. Auch die Möglichkeit Gottes, wenn es ihn gibt. Auch der Big Bang, der ja irgendwie auch unsere Zeit geschaffen haben soll, was auch immer das ist, muss in der Dauer entstanden sein.

Die Dauer ist erst mal einfach der Platz, der es möglich macht, dass sich etwas ereignet. Die Dauer ist: Nichts geschieht.

Man kommt zu dem erstaunlichen Schluss, dass es etwas geben muss, das selbst nicht ist, damit in ihm etwas sein kann. Das klingt verrückt, ist es aber nicht.

Irgendwie muss das Sein im Nichts geborgen sein. Sehr merkwürdig.

Andererseits auch logisch. Denn das Sein, das ja doch irgendwie alles durchdringen soll, muss ja irgendeinen Zusammenhang mit dem Nichts haben, denn sonst wäre es nicht denkbar.

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